Doldenblütler und ähnliche Pflanzen richtig unterscheiden lernen
Die Familie der Doldenblütler hat einige ausgezeichnete Futterpflanzen zu bieten (z.B. Wiesenkerbel, Wilde Möhre…), auf der anderen Seite jedoch auch hoch giftige Pflanzen wie z.B. der für seine extreme Giftwirkung bekannte Schierling. Des Weiteren gibt es einige Pflanzen, die zwar keine Doldenblütler sind, vom Laien aber auch als „ähnlich“ wahgenommen werden.
Hier soll eine Sammlung von Bestimmungsfotos entstehen, welche die wichtigsten Unterscheidungs-Merkmale der in Deutschland heimischen, weiß-blühenden Doldenblütler und ähnlichen Pflanzen zeigt, so dass sich auch Laien an diese Pflanzengruppe langsam herantasten können. Denn wenn man laienhaft anhand der Blüte bestimmt, sind Verwechslungen mit hoch giftigen Doldenblütlern vorprogrammiert. Achten Sie immer auf den Hauptstamm (auf dem die Blüte sitzt) und die Blattform.
Die Sammlung ist noch im Aufbau. Ich freue mich wenn sich der ein oder andere mit hochwertigen Fotos (die wichtige Details zeigen, z.B. Stengel, Blüte, Wurzel, Blatt…) beteiligt (im Impressum findet sich meine Mailadresse).
Vielen Dank!
Wiesenkerbel ist eine gesunde Futterpflanze – wenn man sie von giftigen Pflanzen unterscheiden kann.
Gefleckter Schierling (Conium maculatum) – giftig!
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Höhe ca. 1-2 Meter
Riecht extrem unangenehm, ähnlich wie Mäuseurin.
Stängel (Hauptstängel auf dem die Blüte sitzt!)
Rot gefleckt, hohl
Blüht im Sommer (Juni bis Anfang August)
Fotos gesucht!
Fotos anschauen unter
Gold-Kälberkropf (Chaerophyllum aureum) – kann gefüttert werden
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Höhe: ca. 50–150 cm (selten bis ~180 cm)
Blätter:
Fein gefiedert, weich, hell- bis mittelgrün, insgesamt „farnartig“ wirkend
Stängel (Hauptstängel auf dem die Blüte sitzt!):
Rund, meist glatt oder leicht behaart, gefleckt wie beim Schierling möglich, innen hohl
Blüten:
Weiße, typische Doldenblüten (kleiner und zarter als z. B. beim Wiesen-Bärenklau)
Blütezeit:
Mai bis Juli (teilweise bis August)
Geruch:
Angenehm würzig bis leicht möhrenartig (nicht unangenehm!)
Standort:
Halbschattige Wälder, Waldränder, Gebüsche, nährstoffreiche Böden
Fütterung:
Gut verträglich und geeignet als Wildpflanze für Kaninchen
⚠️ Verwechslungsgefahr:
Mit anderen Doldenblütlern möglich – insbesondere mit giftigen Arten wie dem Gefleckter Schierling. Im Zweifel lieber stehen lassen!
→ Wichtigste Unterscheidungsmerkmale:Der Gold-Kälberkropf ist im Vergleich zum Gefleckten Schierling insgesamt kleiner und deutlich zierlicher. Charakteristisch sind die gut erkennbaren Verdickungen am Stängel direkt unterhalb der Knoten. Seine Blätter sind an den Spitzen weniger stark eingeschnitten als beim Schierling. Auch die Samen unterscheiden sich: Sie sind länglich geformt, während die des Schierlings eher rundlich und gerippt sind. Zudem fehlt dem Gold-Kälberkropf der typische unangenehme Geruch des Schierlings.
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Blätter

Nach der Blüte
Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) – gute Futterpflanze
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Ganze Pflanze (Größe bis etwa 1,5m)
Kurz vor der Blüte (Blüht von April bis Juni)
Stängel (Hauptstängel, auf dem die Blüte sitzt!)
Auffällig geriffelt, behaart (auf den höheren Riffeln)
Querschnitt Stängel hohl:
Wilde Möhre (daucus carota ssp. carota) – gute Futterpflanze
Familie: Doldengewächse (Umbelliferae)
Die Wilde Möhre ist gut zu erkennen. Sie hat einige Erkennungszeichen die kein anderer Doldenblütler hat.
Gesamte Pflanze
Bis zu 100cm groß.
Blätter
Auch vor der Blüte hat die Wilde Möhre immer nur wenige, unauffällige und kleine Blätter.
Die Blattform ist auffällig anders als bei den anderen Doldenblütlern.
Blüte

Viele Blüten haben die auffällige, lilane Scheinblüte in der Mitte der weißen Dolde. Diese Blüte hat nur die Wilde Möhre (eindeutiges Erkennungszeichen!), allerdings hat nicht jeder Doldenkopf diese Scheinblüte.
Nach der Blüte sieht sie „nestartig“ aus.
Die Wilde Möhre hat auffällige Hüllblätter (abstehender Blätterkragen unter der Blüte)
Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium) – ideale Kaninchen-Futterpflanze
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Die ganze Pflanze (Fotos ohne Blüte)
Wird bis zu 1,5m hoch.
Blätter
Die Blätter des Bärenklau sind problemlos von anderen Blättern der anderen (giftigen) Doldenblütler zu unterscheiden.
Blatt-Stängel
Behaart, nicht rund, teilweise rötlich
Haupt-Stängel (auf dem die Blüte sitzt)
Kanntig gefurcht, behaart, hohl.
Blüte
Er blüht etwa Juli bis August.
Nach der Blüte
Riesenbärenklau, Riesen-Bärenklau, Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) – Futterpflanze
Besonders der Pflanzensaft kann auf der Haut des Halters bei Kontakt mit Sonnenlicht zu Verbrennungen führen, dann entsteht ein Ausschlag. Der Riesenbärenklau sollte deshalb, genauso wie z.B. die Brennnessel, nur mit Handschuhen gepflückt werden. Für Kaninchen ist der Riesenbärenklau eine Futterpflanze und unproblematisch.
Die Pflanze wird etwa 1,80-2m hoch (Erkennungsmerkmal)
Die einzelnen Blätter (auch bei jungen Pflanzen) sind so groß wie ein Fahrradreifen und sehr viel kantiger als die des Wiesenbärenklaus. Zudem sind die „glänzend“ und nicht weich/behaart.
Die Blüte
Der Stängel ist hohl und rot gefleckt
Schafgarbe (Achillea) – ideale Futterpflanze
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Gesamte Pflanze
Bis ca. 70cm Höhe.
Ist die Schafgarbe noch jung, so wächst sie dicht über dem Boden.
Verbreitet auf Wirtschaftswiesen.
Die Blätter sind ein eindeutiges Erkennungsmerkmal, da sie sich von anderen Doldenblütlern stark unterscheiden.
Kurz vor der Blüte
Schafgarbenblüte
Sie blüht von Mai-Juni. Die Blüten sind weiß oder leicht rosa.
Engelwurz – Futterpflanze
Familie der Doldenblütler (Apiaceae)
Größe: 1,2 bis 3 Meter, selten nur um die 50 Zentimeter (daher kaum mit kleineren Doldenblütlern zu verwechseln)
Blattstile: rund, gerillten und hohl
Blätter: lang gestielte, gefiedert
Blüte: halbkugelig und weißlich-grün
Geruch: angenehme, süßliche Geruch nach Magenbitter (Erkennungsmerkmal)
Süßdolde (Myrrhis odorata) – Futterpflanze
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Blütezeit: Mai bis Juli
Wuchshöhe: 60 bis 200 Zentimetern
Blüte: Fünf weiße getrennte Blütenblätter. Spitze der Blütenblätter nach innen gerollt. Fünf Staubblätter.
Blätter:
Giersch – ideale Futterpflanze
Vorkommen: Schattige Bereiche (z.B. unter Bäumen)
Wuchshöhe: zwischen 70 und 100 cm (während der Blütezeit)
Erkennungsmerkmal: dreieckiger Querschnitt des Stängels
Hundspetersilie (Aethusa cynapium) – giftig!
Stängel: rund und hohl (aber leichte Kanten), manchmal röntliche Flecken/Verfärbungen wie beim (ebenfalls giftigen) Schierling (Erkennungsmerkmal, jedoch nicht immer ausgeprägt)
Größe: 60 bis 100 Zentimeter
Blüte: Juni bis September ( – Oktober), auffällige Hüllblättchen um die Blüten, die nach unten weisen (Erkennungsmerkmal)
Geruch: knoblauchig, unanagenehm
Geschmack: scharf und brennend
Geplant (hierfür werden noch Fotos benötigt):
– Hecken Kälberkropf
– Echter Kümmel
– Anis
– Rüben-Kälberkropf, auch Kerbelrübe genannt (Chaerophyllum bulbosum)
Der Rüben-Kälberkropf, auch Kerbelrübe genannt, kann mit dem Gefleckter Schierling verwechselt werden. Er ist häufig sogar höher, wirkt dabei aber insgesamt schlanker und weniger kräftig.
Typische Unterscheidungsmerkmale:
- Blätter: leicht behaart (nicht kahl), beim Zerreiben angenehm zitronig duftend; obere Blätter auffällig schmal und fast fadenförmig
- Samen: länglich geformt (im Gegensatz zu den eher rundlichen, gerippten Samen des Schierlings)
- Wuchsform: andere, oft lockerere Verzweigung als beim Schierling
Diese Merkmale helfen, den Rüben-Kälberkropf sicher von giftigen Doppelgängern zu unterscheiden.




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