Der Einzug in ein neues Zuhause ist für ein Jungkaninchen eine sehr sensible Phase. Die Eindrücke sind ungewohnt und das Tier muss sich erst orientieren. Jede Erfahrung in dieser Zeit wirkt besonders prägend. Mit einigen einfachen Maßnahmen kannst du deinem Kaninchen helfen, sich sicher zu fühlen und entspannt anzukommen.

Der Kauf

Wenn du dich für ein oder mehrere Kaninchen aus guter Herkunft entscheidest, solltest du folgendes beachten:

Informiere dich vorher!

  • Nehme grundsätzlich mindestens zwei Kaninchen auf, außer es lebt schon eines zuhause und wartet auch Gesellschaft: Einzelhaltung ist nicht erlaubt und keine tiergerechte Haltung
  • Erkundige dich vorher, was Kaninchen brauchen (Grundbedürfnisse, Haltung, Ernährung…). Niemals sollten Kaninchen in einem Stall oder Käfig gehalten oder normales Trockenfutter gefüttert bekommen.
    Viele Haltungs- und Fütterungsfehler führen zu Erkrankungen, hohen Tierarztkosten, Verhaltensstörungen und Problemen. Das alles lässt sich vermeiden.
  • Die Herkunft entscheidet über spätere Probleme (z.B. Krankheiten) und Sie haben die Möglichkeit durch die Herkunft Tierquälerei zu verhindern.

Welches Kaninchen auswählen?

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Kaninchen kaufen - was ist zu beachten?

Quarantäne & Tierarztcheck: wichtiger als angenommen!

Ein kurzer Gesundheitscheck sollte innerhalb der ersten Tage bis Wochen eingeplant werden. Der erste Tag direkt nach dem Einzug ist jedoch ungeeignet, da der Stress für das Tier sonst zu groß wird. Ideal ist ein Termin, sobald das Kaninchen erste Sicherheit zeigt und normal frisst.

Viele Kaninchen tragen versteckte Krankheiten oder sind dadurch gefährdet.

  • Du solltest eine Kotprobe von drei Tagen sammeln und über einen kaninchenkundigen Tierarzt im Labor auf Parasiten untersuchen lassen, um diese nicht in deine Gruppe einzuschleppen. Hat man Kokzidien einmal im Außengehege oder der Wohnung, ist ein extremer Aufwand notwendig um sie wieder los zu werden. Zudem sind sie die Haupt-Ursache für Jungtier-Sterblichkeit, gerade beim Absetzen von der Muttermilch, bei Umgebungswechseln oder Futterumstellungen.
  • Lasse außerdem das Kaninchen gründlich bei einem kaninchenkundigen Tierarzt untersuchen und impfen, keine andere Tierart hat so schlimme Seuchen wie Kaninchen. RHD kann über Insekten, Schuhe, Gemüse, Heu & Co. in Innen- und Außenhaltung problemlos eingeschleppt werden und die Kaninchen sterben innerhalb von wenigen Tagen ohne dass man etwas tun kann!
  • Ist der Rammler bereits kastriert? Ab der 12. Lebenswoche ist er geschlechtsreif und kann Weibchen decken. Er sollte vor der 11. Lebenswoche kastriert werden, denn sonst ist er auch nach der Kastration beim kaninchenkundigen Tierarzt noch geschlechtsreif und muss drei Wochen getrennt von Weibchen gehalten werden. Durch die Trennung ist eine Neu-Vergesellschaftung erforderlich, die viele Anfänger überfordert und mit einem hohen Aufwand und Stress verbunden ist! Zudem wirkt sich die Trennung auf die Sozialisation der Jungtiere aus, die dann später schlechter verträglich sein können.
  • Ist der EC-Status bekannt? Neuhalten empfehlen wir, EC-negative Kaninchen zu adoptieren (Achtung: Bei Zuchttieren muss ein Nachweis vom Muttertier und Kontakttieren des Jungtieres bei der Aufzucht vorliegen, bei anderen Kaninchen ein Nachweis des Tieres selbst (Blutuntersuchung), einige Menschen geben einfach einen EC-Status an und gefährden so andere Tiere!). Sind bereits Kaninchen vorhanden, muss der EC Status zu den vorhandenen Kaninchen passen damit die eigenen oder neuen Kaninchen nicht angesteckt werden.
  • Lasse das Geschlecht von zwei unabhängigen Personen bestimmen, bevor du das Kaninchen zu anderen Kaninchen setzen!

Für die Quarantäne wird das neue Kaninchen räumlich getrennt von anderen Kaninchen auf einem gut zu reinigenden und desinfizierbaren Untergrund gehalten. Das neue Kaninchen wird immer zuletzt versorgt um keine Erkrankungen auf die anderen Kaninchen zu übertragen.

Wird das Kaninchen bereits vom Tierarzt durchgecheckt, geimpft, kastriert und mit bekannten EC-Status übernommen, kann man auf die Quarantäne verzichten. Es lohnt sich, die Herkunft der Tiere genau auszuwählen und so Folgekosten, Stress und Zeit zu sparen und in die Gesundheit der Tiere zu investieren. Gute Abgabestellen finden | Kaninchen kaufen Infos

Vorbereitungen

  • Baue vor dem Einzug ein artgerechtes Innen– oder Außengehege auf.
  • Besorge artgerechte Einrichtung und Zubehör (Unterschlüpfe, Beschäftigung, Näpfe, Toilettenkisten…): Grundausstattung
  • Mache bei Wohnungshaltung mindestens einen Raum kaninchensicher (für den täglichen Auslauf).
  • Richte ein separates Gehege ohne Sichtkontakt für den Neuankömmling ein, halte je nach Herkunft der Tiere eine Quarantäne ein wenn notwendig.
  • Eine passende Transportbox ist nicht nur zum Abholen empfehlenswert, sondern auch für zukünftige Tierarztversuche, Umzüge, Fahrten zur Urlaubsbetreuung etc.

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Eine artgerechte Ernährung für Kaninchen bedeutet, dass Sie rund um die Uhr frisches Blattgemüse zur Verfügung haben müssen. Kaninchen benötigen sehr große Mengen an Frischfutter, die Hauptbestandteile sollten Kohl und Bittersalate sein. Die meisten Supermärkte bieten nicht alle Sorten, die man hierfür benötigt.

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kaninchen zieht einDer Einzug

  • Das Kaninchen braucht erst einmal etwas Zeit, um sich einzugewöhnen. Du kannst dich zu ihm setzen und es beobachten. Am Anfang sollte man nicht ständig alles verändern oder das Kaninchen herausnehmen.
  • Stelle langsam die Ernährung um, falls das Kaninchen zuvor etwas anderes zu fressen bekommen hat.
  • Erkundige dich zur Stubenreinheit und
  • wie man Kaninchen zähmt.
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Stele die Transportbox in das Gehege und lass die Kaninchen selbst aussteigen.

Ruhige Ankunft im vorbereiteten Gehege

Das Gehege sollte vollständig eingerichtet sein, bevor das Kaninchen ankommt. Ein junges Tier braucht geschützte Bereiche, weiche Untergründe und viele Rückzugsmöglichkeiten. Ideal ist ein Gehege, in dem der Kaninchengeruch schon durch etwas Heu von der Abgabestelle bekannt wirkt. Das senkt den Stress.

Nach dem Transport wird das Kaninchen vorsichtig mitsamt der Transportbox ins Gehege gestellt. Öffne die Tür und gib dem Tier Zeit, selbst herauszukommen. Jungtiere lernen in dieser Situation, dass sie selbst entscheiden dürfen. Dadurch entsteht Sicherheit. Meide laute Geräusche und hektische Bewegungen, da sie das Tier zusätzlich verunsichern.

Wichtige Ruhezeit am ersten Tag

Viele Halterinnen und Halter möchten ihr neues Kaninchen sofort kennenlernen, doch gerade Jungtiere brauchen zunächst Ruhe. Sie ziehen sich meist zurück, putzen sich oder bleiben in der Transportbox sitzen. Das ist völlig normal. Gib dem Tier mindestens einige Stunden ungestörte Zeit. Kinder und andere Haustiere sollten in diesem Zeitraum nicht an das Gehege gehen.

Beobachten ist in dieser Phase sinnvoll, aber nur aus einiger Entfernung. Achte auf ruhige Atmung und darauf, dass das Tier nicht apathisch wirkt. Viele Jungkaninchen erkunden ab dem späten Nachmittag bereits ihre Umgebung, wenn sie sich sicherer fühlen.

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Erste Futteraufnahme

Biete sofort Heu in guter Qualität an und stelle frisches Wasser bereit. Jungkaninchen suchen nach bekannten Gerüchen und fressen häufig schon nach kurzer Zeit ein wenig Heu. Falls das Tier im alten Zuhause bestimmte Futtersorten gewohnt war, kann eine kleine Menge davon in die Nähe der Heuraufe gelegt werden. Das erleichtert die Umstellung.

Eine große Futterumstellung sollte am ersten Tag nicht erfolgen. Der Verdauungstrakt von Jungtieren reagiert empfindlich auf Veränderungen. Am besten bleibt die Ernährung am ersten tag so nah wie möglich an der bisherigen Fütterung. Damit reduzierst du das Risiko von Durchfall und Stresssymptomen.

Nahrungsumstellung

Futterumstellung bei Jungtieren

Erste Interaktionen und Kennenlernen

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Handelsübliche Ställe können als Rückzug im mardersicheren Gehege stehen, dürfen aber nie verschlossen werden.

Sobald das Kaninchen beginnt, das Gehege zu erkunden, kannst du dich langsam annähern. Setze dich auf den Boden, damit du weniger bedrohlich wirkst. Lege eine Hand locker auf den Boden und sprich leise mit dem Tier. Viele Jungkaninchen nähern sich aus Neugier selbst an. Diese ersten freiwilligen Kontakte sind besonders wertvoll.

Zwangshochheben oder intensives Streicheln sollte in den ersten Tagen unbedingt vermieden werden. Jungtiere sind von Natur aus Fluchttiere und lernen durch eigene Kontrolle über die Situation, dass sie dir vertrauen können.

Schlafbereich und Rückzugsorte

Ein ruhiger Schlafplatz gibt Sicherheit. Häuschen sollten zwei große Eingänge haben, damit das Kaninchen nicht das Gefühl bekommt, in die Enge zu geraten und damit es immer einen Ausweg gibt. Weiches Heu oder Stroh sorgt für Geborgenheit.

Vermeide in den ersten Tagen größere Umräumaktionen, denn Jungtiere orientieren sich stark an Gerüchen und Strukturen. Ein stabiles Umfeld reduziert Stress deutlich.

Umweltsozialisation und Gewöhnung an neue Eindrücke

In den ersten Wochen nach dem Einzug entwickelt ein Jungkaninchen eine sensible Wahrnehmung für seine Umgebung. Geräusche, Gerüche, Bewegungen und alltägliche Abläufe prägen sich in dieser Phase besonders stark ein. Eine sanfte Umweltsozialisation hilft dem Tier, später gelassener zu reagieren. Das bedeutet jedoch nicht, das Kaninchen aktiv mit neuen Reizen zu konfrontieren. Stattdessen soll es die Möglichkeit haben, diese aus sicherer Entfernung wahrzunehmen und selbst zu entscheiden, wann es sie erkunden möchte. Regelmäßige ruhige Alltagsgeräusche wie leises Sprechen, das Öffnen von Türen oder das Vorbeigehen an seinem Gehege fördern die Gewöhnung. Haustiere wie Hunde sollten in dieser Phase nicht direkten Zugang zum Gehege haben, damit sich das Jungtier nicht bedrängt fühlt. Eine sichere, reizkontrollierte Umgebung unterstützt die Entwicklung eines stabilen Temperaments und beugt Angstverhalten vor.

Siehe auch Umweltsozialisation

Fellpflege und Hygiene in der Eingewöhnungszeit

Der erste Tag ist nicht der richtige Zeitpunkt für gründliche Pflege. Ein Jungkaninchen putzt sich selbst, sobald es sich sicher fühlt. Kontrolliere lediglich, ob Augen, Nase und After sauber sind, aber hebe das Kaninchen dafür nicht hoch. Eine sanfte Sichtkontrolle genügt. Erst wenn das Kaninchen zur Ruhe gekommen ist und Vertrauen aufgebaut hat, können genauere Kontrollen erfolgen.

Check-up: so funktioniert es

Auch im Gehege sollte während der Eingewöhnung nicht zu viel gesäubert werden. Die eigenen Gerüche vermitteln Sicherheit. Entferne nur stark verschmutzte Stellen oder reinige die Toilettenecken und gib dem Tier Zeit, das neue Umfeld vollständig anzunehmen.

Stubenreinheit in den ersten Tagen

Viele Jungkaninchen zeigen von Anfang an eine gewisse Grundordnung, doch die vollständige Stubenreinheit entwickelt sich erst mit der Zeit. In den ersten Tagen ist es wichtig, mehrere Toiletten mit saugfähigem Einstreu und einer dünnen Schicht Heu anzubieten. Jungtiere orientieren sich stark am Geruch und wählen meist eine Ecke aus, die sie bevorzugt nutzen. Wenn du diese Ecke beobachtest und dort eine Toilette platzierst, unterstützt du die natürliche Reinlichkeit des Kaninchens. Häufiges Umtopfen oder Umstellen der Toiletten sollte während der Eingewöhnung vermieden werden, da Jungtiere Stabilität brauchen und auf Veränderungen empfindlich reagieren. Lob oder Bestrafungen sind nicht sinnvoll, denn Kaninchen lernen rein über Gewöhnung und Mustererkennung. Mit Geduld und klarer Struktur findet sich die Stubenreinheit meist ganz von selbst ein.

Tipps zur Stubenreinheit

Zähmen und Vertrauensaufbau

Jungkaninchen lassen sich in der Regel gut an den Menschen gewöhnen, wenn der Kontakt ruhig und freiwillig erfolgt. Zähmen bedeutet bei Kaninchen nicht, dass sie festgehalten oder intensiv gestreichelt werden, sondern dass sie lernen, den Menschen als sicheren Bestandteil ihrer Umgebung wahrzunehmen. Besonders hilfreich sind ruhige Anwesenheit, leises Sprechen und das Anbieten kleiner Futtermengen aus der Hand, ohne das Tier zu bedrängen. Viele Jungtiere kommen nach kurzer Zeit von selbst näher und zeigen spielerische Neugier. Setze dich regelmäßig auf den Boden und bleibe still sitzen, damit das Kaninchen dich erkunden kann. Diese Form der freiwilligen Annäherung ist die Grundlage für echtes Vertrauen. Ein sanfter Umgang, Respekt vor den Grenzen des Tieres und das Vermeiden hektischer Bewegungen fördern ein stabiles Sicherheitsgefühl und erleichtern spätere Pflegemaßnahmen erheblich.

Wenn die Kaninchen sich eingewöhnt haben, kann man gezielt an der Zahmheit arbeiten.

Kontakt zu Partnertieren

Wenn eine Vergesellschaftung geplant ist, sollte sie nicht direkt am ersten Tag stattfinden. Ein Jungkaninchen braucht zuerst einen sicheren Rückzugsort und Grundvertrauen in die neue Umgebung. Für die Vergesellschaftung eignet sich eine neutrale Fläche, auf der kein Tier Revierverhalten zeigt. Eine ausführliche Anleitung findest du in unseren Vergesellschaftungsartikeln. Es gibt auch einen Beitrag zur Vergesellschaftung von Jungtieren

Falls das Jungtier bereits mit einem Partnertier zusammenkommt, das es kennt, sollten die Tiere dennoch unter Beobachtung stehen. Auch vertraute Tiere reagieren manchmal sensibel auf einen Ortswechsel.

Signale für Wohlbefinden

Ein Jungkaninchen zeigt seine zunehmende Sicherheit durch kleine Verhaltenssignale. Dazu gehören entspanntes Putzen, langsames Umherlaufen, erste Hopser und kleine neugierige Annäherungen an Menschen. Manche Tiere ruhen bereits am ersten Tag sichtbar entspannt, andere brauchen mehrere Tage.

Aufmerksam werden solltest du, wenn das Tier über längere Zeit nicht frisst, sich sehr versteckt hält oder auffällig schnell atmet. In solchen Fällen ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.

Ein sanfter Start für ein langes Vertrauen

Die ersten Tage entscheiden häufig darüber, wie sicher sich ein Jungkaninchen zukünftig fühlt. Geduld, Ruhe und ein gut vorbereitetes Umfeld sind die wichtigsten Bausteine. Wenn das Tier eigene Entscheidungen treffen darf und du seine Bedürfnisse respektierst, entsteht eine stabile Grundlage für Vertrauen. Ein gutes Ankommen ist der Beginn einer langen, harmonischen Beziehung.

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