Allgemeine Hinweise

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Wie viel Gräser dürfen Kaninchen fressen?

Gräser spielen eine große Rolle in der Ernährung von Kaninchen. Gräser sollten bei der Fütterung mit Wiese immer ca. 20-90% der Portion ausmachen.

Gift es giftige Gräser?

Alle Süßgräser sind zur Verfütterung beim Kaninchen geeignet. Einzig Goldhafer kann schnell zu einer erhöhten Vitamin D Aufnahme führen, die je nach Mange auch toxisch sein kann. Es können jedoch Pilze (giftige Endophyten) an Gräsern Giftstoffe bilden, allerdings scheinen diese für Kaninchen in den üblichen Mengen kein Problem darzustellen.

Achtung!
Grannen, die spitzen Fortsätze an Getreideähren und blühenden Gräsern, mögen harmlos aussehen. Doch sie sind sehr gefährlich. Wie Pfeilspitzen bohren sie sich in die Haut des Kaninchens und können im Körper weiterwandern.

Sollte man lieber junges oder älteres/überständiges Gras verfüttern?

Junges Gras ist eher energiereich und proteinreich, dafür eher arm an Faserstoffen. Es ist besonders im Frühjahr problematisch, die Kaninchen müssen über ca. 10 Tage langsam angefüttert werden (besonders vorsichtig an den ersten zwei Tagen!) damit sie keine Verdauungsprobleme bekommen. Es ist sehr gut zum Zunehmen geeignet.

Älteres Gras ist sehr reich an Strukturfasern wie z.B. Rohfaser und stabilisiert sehr gut die Verdauung. Da es energiearm ist, kann man es sehr gut bei Übergewicht verfüttern. Viele Hauskaninchen werden eher zu energiereich gefüttert, hier sind ältere Gräser ideal.

Blühendes Gras hat oft keinen Futterwert mehr und ist extrem energiearm. Allerdings Achtung: Die Blüten sind energiereich und gerade bei Übergewicht tabu!

Bestimmungshilfe

Die Gräser lassen sich fast nur wenn sie blühen bestimmen. Für diesen Zweck kann man die App Flora incognita verwenden, die sehr zuverlässige Ergebnisse liefert. Eine Bestimmungshilfe findet ihr hier.

Was für Gräser dürfen Kaninchen essen?

Acker-Fuchsschwanz, Swartgras (Alopecurus myosuroides)

Ackerfuchsschwanz darf an Kaninchen verfüttert werden. Es handelt sich um ein energiearmes Gras, das ideal für Kaninchen ist.

Borstenhirse, Fuchshirse (Setaria)

Borstenhirse dürfen Kaninchen problemlos fressen. Es ist eher karg und daher ideal für Kaninchen geeignet.

Deutsches Weidelgras, ausdauernder Lolch, ausdauerndes Weidelgras, Dauer-Lolch, englisches Weidelgras, englisches Raygras (Loloium perenne, Lolium multiflorum)

Weidelgras ist ein recht energiereiches Weidegras, es kann verfüttert werden, idealer sind jedoch energieärmere Gräser.

Gewöhnliche Glatthafer (Arrhenatherum elatius)

Kaninchen dürfen ihn problemlos fressen.

Hänge-Segge (Carex pendula)

Die Hänge-Segge würd von Kaninchen eher ungern gefressen, ist aber fressbar. Es handelt sich um ein Sauergras.

Hühnerhirse, Gemeine Hühnerhirse & Gewöhnliche Hühnerhirse  (Echinochloa crus-galli)

Hühnerhirse darf den Kaninchen gefüttert werden. Sie ist eine Anzeigepflanze für stickstoffreiche Böden.

Kammgras, Wiesen-Kammgras, Weide-Kammgras (Cynosurus cristatus

Kanmgras ist fressbar.

Knäuelgras, Gewöhnliches Knäuelgras (Dactylis glomerata)

Knäulgras ist sehr verbreitet und als Futter sehr gut für Kaninchen geeignet. Knäuelgras blüht von Mai bis Juni.

Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)

Die Rasenschmiele darf verfüttert werden.

Rispengras, Gemeine Rispe (Poa trivialis)

Sehr verbreitetes Gras, das Kaninchen sehr gut fressen können. Es ist eher energiereicher und wächst bevorzugt auf feuchten Böden (Schatten, Bachnähe…).

Rohrkolben, Bleitblättriger Rohrkolben, Lampenputzer, Kanonenputzer oder Schlotfeger  (Typha latifolia)

Für Kaninchen fressbar, wächst in feuchten Gebieten oder am Wasser.

Rispengras, Wiesen-Rispengras (Poa pratensis)

Sehr weit verbreitet und eher energiereich, aber für die Fütterung ganz gut geeignet.

Ruchgras, Gewöhnliches Ruchgras, Wohlriechendes Ruchgras, Goldgras (Anthoxanthum)

Ruchgräser dürfen Kaninchen fressen, sie sind eher energiearm und wachsen auf mageren Böden. Sie blühen von April bis Juni. Teils riechen sie nach Waldmeister.

Schilf, Schilfrohr (Phragmites australis)

Schilfrohr dürfen Kaninchen fressen. Es ist energiearm und wächst auf nassen Böden oder in der Nähe von Bächen und anderen Wasserquellen. Es blüht von Juli bis September.

Schwingel, Rohr-Schwingel, Rotschwingel (Festuca arundinacea)

Kaninchen dürfen den Rohr-Schwingel fressen.

Straußgras, weißes / rotes / Flecht- (Agrostis alba / tenuis / stolonifera)

Straußgras ist fressbar.

Trespe, Taube Trespe, Weiche Trespe, Flaum-Trespe (Bromus sterilis und Bromus hordeaceus)

Die Taube Trespe ist eher energiearm und gut für die Fütterung geeignet. Sie blüht von Juni bis August.
Die Weiche Trespe ist für die Verfütterung geeignet und eher energiearm, sie blüht von Mai bis Juli.

Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea)

Reitgras darf verfüttert werden.

Wiesen-Fuchsschwanz, Eselsgras, Fuchswedel, Haarzieher, Hundegras, Rattenschwanz, Roggengras (Alopecurus pratensis)

Ein eher nährstoffreiches/energiereiches Gras, es blüht von April bis Juli und kann an Kaninchen verfüttert werden.

Wiesen-Goldhafer (Trisetum flavescens)

Der Vitamin D-Bedarf von Kaninchen kann durch vermehrte Aufnahme von Goldhafer um ein Vielfaches überschritten werden. Die Auswirkungen im Organismus kommen einer Vitamin D-Vergiftung gleich. Dadurch kann er je nach verfütterter Menge giftig wirken.

Wiesenlieschgras (Phleum pratense)

Wird teils (neben Weizenkeimen) als Katzengras, Nagergras oder Vogelgras vermarktet und ist bedenkenlos fressbar.

Wolliges Honiggras, Bottermeddel, Honigmeddel, Honigschmale, Meddel, Pein, Sametschmale, Witten, Zuckerschmale (Holcus lanatus)

Es kann an Kaninchen gefüttert werden und blüht zwischen Mai und August.

Zittergras, Mittleres Zittergras, Gewöhnliches Zittergras, Gemeines Zittergras (Briza media)

Es darf an die Kaninchen gefüttert werden.

Quecke (Elymus)

Quecke ist bedenkenlos verfütterbar.

Quellen u.a.:

Infection Rates and Alkaloid Patterns of Different Grass Species with Systemic Epichloë Endophytes. Veronika Vikuk, Carolyn A. Young, Stephen T. Lee, Padmaja Nagabhyru, Markus Krischke, Martin J. Mueller, Jochen Krauss. Applied and Environmental Microbiology, DOI: 10.1128/AEM.00465-19