Zuletzt fachlich aktualisiert am 08.09.2026

Welche Bürste ist für Kaninchen geeignet? Das lässt sich nicht pauschal beantworten, denn ein kurzhaariges Kaninchen im Fellwechsel braucht eine andere Fellpflege als ein Langhaarkaninchen mit kleinen Knötchen und Verfilzungen.

Kurz gesagt: Für loses Fell im Fellwechsel eignet sich die spezielle Fellwechsel-Bürste. Bei längerem Fell ist sie im Alltag auch sehr gut geeignet. Verklebungen und kleinen Knötchen bekommt man mit dem Pflegekamm oft besser rausgekämmt. Sehr weiche Bürsten sind zwar angenehm, holen bei dichtem Fell aber oft kaum lose Unterwolle heraus.

Welche Bürste eignet sich für welches Kaninchen?

Fell / SituationWas eignet sich?
Kurzhaar, kaum loses Fellmeistens keine intensive Fellpflege nötig
Kurzhaar im FellwechselFellwechsel-Bürste, loses Fell ausstreichen ggf. auch mit Gummihandschuh oder nasser Hand. Sensible Regionen (Auge, After…) mit dem Pflegekamm kämmen
sehr dichter oder starker FellwechselFellwechsel-Bürste bzw. Pflegekamm
Löwenköpfchenje nach Fellstruktur Bürste und/oder Pflegekamm (besonders Verfilzungen)
LanghaarFellwechsel-Bürste, bei Bedarf zusätzlich Pflegekamm zum Auskämmen von Verfilzungen und Knoten
kleine Knötchen oder VerklebungenPflegekamm
starke VerfilzungenPflegekamm
Verklebungen und Verfilzungen an Auge, After, Kinn etc.Pflegekamm
Schuppen, Krusten oder kahle StellenUrsache abklären statt stärker zu bürsten. Mit Pflegekamm entfernen.

Welche Bürste am besten funktioniert, ist tatsächlich von Kaninchen zu Kaninchen unterschiedlich. Manche haben extrem dichtes Fell, bei anderen lässt sich das lockere Fell im Fellwechsel fast mit der Hand abstreifen.

Brauchen Kaninchen überhaupt eine Bürste?

Gesunde Kaninchen kümmern sich sehr intensiv selbst um ihr Fell. Deshalb muss ein gesundes Kurzhaarkaninchen mit glattem, gepflegtem Fell nicht ständig gebürstet werden.

Anders sieht es im Fellwechsel aus. Manche Kaninchen wechseln ihr Fell nahezu unauffällig. Bei anderen stehen überall Fellbüschel heraus und beim Streicheln hat man ganze Haarmengen in der Hand. Gerade dann ist Unterstützung sinnvoll.

Wie oft sollte ich mein Kaninchen bürsten?

Internationale veterinärmedizinische Pflegeempfehlungen raten bei kurzhaarigen Kaninchen teilweise zu ein- bis zweimal wöchentlichem Bürsten und bei langhaarigen Kaninchen zu täglicher Pflege. Wie häufig tatsächlich gebürstet werden muss, hängt jedoch stark von Felltyp und Fellwechsel ab.

Welche Bürste ist im Fellwechsel geeignet?

Bei einem starken Fellwechsel sollte eine Bürste vor allem eines können: die bereits gelösten Haare aus dem dichten Fell aufnehmen.

Für einen stärkeren Fellwechsel verwenden wir die spezielle Fellwechsel-Bürste.

Sie ist vor allem für die losen Haare gedacht, die sich während des Fellwechsels im Fell sammeln und holt mit ihrer speziellen Zinkenform auch tiefer sitzende, lockere Unterwolle heraus. Sehr weiche Bürsten gleiten angenehm über das Fell, erreichen bei dichtem Fell aber teilweise nur die oberste Schicht. Die Fellwechsel-Bürste ist speziell so konzipiert, dass sie das lockere Fell sehr gut herausholt.

Gerade bei kurzhaarigen Kaninchen sind oft deutlich herausstehende Fellbüschel zu sehen. Diese lassen sich je nach Tier herausstreichen, vorsichtig herauszupfen oder ausbürsten.

Die meisten Kaninchen lassen sich recht problemlos im Alltag freiwillig mit der Fellwechsel-Bürste bürsten ohne sie anzuheben oder festzuhalten. Sollte ein Kaninchen die Bürste nicht tolerieren, kann man es mit feuchten Händen beim Streicheln probieren oder das Kaninchen mit einem einfachen Haushalts-Gummihandschuh streicheln. Zudem sollte man es dann zumindest gelegentlich bei starken Fellwechsel einfangen und mit der Fellwechsel-Bürste durchkämmen.

Nicht möglichst viel Fell herauszuholen ist das Ziel der Fellpflege. Entfernt werden soll vor allem das Fell, das sich bereits löst. Sitzt ein Haar fest und muss mit deutlichem Zug herausgerissen werden, gehört es nicht unbedingt schon heraus.

Achtung: Eine Bürste sollte niemals mit Kraft über die Haut gezogen werden. Kaninchenhaut ist ausgesprochen dünn und kann durch ungeeignete oder scharfkantige Pflegewerkzeuge verletzt werden.

Weiche Bürste oder Fellwechsel-Bürste?

Eine weiche Bürste ist für viele Kaninchen angenehm und eignet sich gut, um oberflächlich lose Haare aufzunehmen. Bei dichtem Fell und während eines ausgeprägten Fellwechsels reicht sie jedoch häufig nicht aus.

Das kennt fast jeder Kaninchenhalter: Man hat das Kaninchen gerade gebürstet und trotzdem stehen direkt danach wieder ganze Fellbüschel heraus.

Dann braucht es ein Werkzeug, das auch die bereits gelösten Haare zwischen den übrigen Haaren erreicht.

Eine Fellwechsel-Bürste ist deshalb nicht automatisch „besser“ als eine weiche Bürste. Sie hat schlicht einen anderen Einsatzzweck.

Langhaarkaninchen sollten möglichst regelmäßig gekämmt und wöchentlich auf Verfilzungen kontrolliert werden.

Welche Bürste für Langhaarkaninchen?

Bei Langhaarkaninchen ist die Situation etwas anders. Eine Bürste allein reicht oft nicht aus.

Gerade dichtes, langes Fell kann oberflächlich gepflegt aussehen und direkt an der Haut trotzdem bereits Knötchen oder Filz bilden. Deshalb muss das Fell regelmäßig bis zur Haut kontrolliert werden.

Bei kleineren Verklebungen, Schuppen oder Knötchen verwenden wir zusätzlich einen Pflegekamm.

Besonders genau kontrolliert werden sollten bei langhaarigen Kaninchen:

  • Achselbereich
  • Bauch
  • Hinterteil und Genitalregion
  • Bereich hinter den Ohren
  • Pfoten-Unterseite
  • lange Mähnen bei Löwenköpfchen
  • Bereiche, die das Kaninchen selbst schlecht erreicht

Langhaarkaninchen benötigen deutlich häufiger Unterstützung bei der Fellpflege als Kurzhaarkaninchen. Veterinärmedizinische Pflegeempfehlungen nennen für langhaarige Kaninchen teilweise eine tägliche Fellkontrolle bzw. Fellpflege.

Bürste oder Kamm?

Bürste und Kamm haben nicht ganz die gleiche Aufgabe.

Eine Bürste ist besonders praktisch, wenn viele lose Haare aus dem Fell entfernt werden sollen.

Ein Kamm ist hilfreich, wenn man das Fell systematisch kontrollieren, einzelne Knötchen erfassen oder verklebte Bereiche bearbeiten möchte.

Bei einigen Kaninchen braucht man beides.

Gerade Löwenköpfchen sind sehr unterschiedlich: Manche haben lediglich eine etwas längere Mähne und brauchen kaum zusätzliche Pflege. Andere haben langes, dichtes Fell am Kopf und Hinterteil, das regelmäßig kontrolliert werden muss.

Welche Bürste bei Schuppen oder verklebtem Fell?

Schuppen werden nicht einfach „weggebürstet“.

Sind ungewöhnlich viele Schuppen vorhanden, ist die Haut gerötet, entstehen Krusten oder kahle Stellen, sollte nach der Ursache gesucht werden. Hautparasiten, Hauterkrankungen und verschiedene Allgemeinerkrankungen können das Haut- und Fellbild verändern.

Auch wenn ein Kaninchen sein Fell plötzlich nicht mehr ausreichend selbst pflegt, sollte man genauer hinsehen. Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit, Übergewicht oder Zahnerkrankungen können beispielsweise dazu führen, dass einzelne Körperregionen nicht mehr richtig erreicht werden.

Dieser spezielle Pflegekamm ist trotzdem praktisch, um das Fell zu scheiteln und Schuppen, Verklebungen oder Parasiten besser sichtbar zu machen und auszukämmen. Er ersetzt aber nicht die Ursachenabklärung.

Kann man Verfilzungen ausbürsten?

Kleine, lockere Knötchen können manchmal vorsichtig mit den Fingern gelöst und anschließend ausgekämmt werden.

Bei festem Filz sollte man dagegen nicht kräftig daran ziehen. Das ist unangenehm und kann an der Haut zerren.

Noch vorsichtiger muss man beim Herausschneiden sein: Kaninchenhaut ist sehr dünn und wird zusammen mit einem Filzknoten leicht versehentlich in die Schere gezogen. Hartnäckige Verfilzungen sollten tierärztlich bzw. von entsprechend erfahrenen Personen entfernen zu lassen, wenn man im Umgang damit nicht sicher ist.

Am besten schneidet man Verfilzungen nicht an der Haut sondern etwa mittig ab und kämmt den unteren Bereich mit dem Pflegekamm heraus.

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Mehr dazu: Verfilztes Fell beim Kaninchen – richtig entfernen

Sind Furminator und Unterwollharken für Kaninchen geeignet?

Viele Fellpflegeprodukte wurden ursprünglich für Hunde und Katzen entwickelt. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie auch für Kaninchen geeignet sind.

Der Furminator wurde für Hunde oder Katzen zum starken Entfernen von Fell bzw. Unterwolle entwickelt, er schneidet Unterwolle heraus statt locker sitzendes Fell herauszuholen. Das ist für einige Hunderassen sinnvoll aber für Kaninchen nicht.

Bei Werkzeugen, die nicht nur loses Fell aufnehmen, sondern gesundes Fell ausdünnen oder abschneiden, wäre ich deshalb zurückhaltend.

Im Fellwechsel soll nicht möglichst viel gesunde Unterwolle entfernt werden, sondern vor allem das bereits gelöste Fell.

Mein Kaninchen lässt sich nicht bürsten

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Bürstentunnel

Nicht jedes Kaninchen findet Fellpflege angenehm.

Bei einem zahmen Kaninchen kann man die Fellpflege häufig direkt im Gehege auf dem Boden durchführen. Etwas Lieblingsfutter oder es parallel über die Stirn zu streicheln kann dabei helfen, dass das Kaninchen freiwillig sitzen bleibt.

Besonders bei einem stärkeren Fellwechsel sind mehrere kurze Pflegeeinheiten oft angenehmer als eine lange.

Einige lose Haare lassen sich zudem einfach mit leicht angefeuchteten Händen oder haushaltsüblichen Plastikhandschuhen aus dem Fell streichen.

Bei sehr scheuen Kaninchen kann ein „Bürstentunnel“ helfen, in dem seitlich angebrachte Bürsten lose Haare beim Durchlaufen aufnehmen.

Sollten die Haare aber büschelartig herausstehen, macht es oftmals Sinn, das Kaninchen zumindest einmal wöchentlich für eine intensive Fellpflege-Session einzufangen und loses Fell heraus zu kämmen.

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Warum sollte loses Fell im Fellwechsel entfernt werden?

Beim Putzen nehmen Kaninchen zwangsläufig Haare auf. Haare im Magen-Darm-Trakt sind deshalb zunächst einmal nichts Ungewöhnliches.

Problematisch wird die vereinfachte Vorstellung, jedes Haar im Magen würde automatisch einen „Haarballen“ verursachen. Eine gastrointestinale Stase hat beim Kaninchen viele mögliche Ursachen. Haare können sich bei verlangsamter Motilität und Dehydratation im Mageninhalt anreichern; echte obstruierende Trichobezoare kommen ebenfalls vor, sind aber nicht mit jeder Ansammlung von Haaren gleichzusetzen.

Trotzdem ist es sinnvoll, während eines starken Fellwechsels möglichst viel loses Fell zu entfernen. So wird die Menge reduziert, die das Kaninchen beim Putzen überhaupt aufnehmen kann.

Mehr dazu: Haarballen beim Kaninchen

Popo beim Kaninchen sauber machen. Denkt auch an Fliegenmaden!