Kaninchen bereichern unser Leben, können jedoch auch zur Belastung werden.
Viele Menschen halten Kaninchen, weil sie Ruhe, Struktur und eine Form von emotionaler Nähe in den Alltag bringen. Doch es gibt Lebensphasen, in denen selbst liebevoll gepflegte Tiere zur zusätzlichen Belastung werden können. Dies ist kein Zeichen mangelnder Tierliebe, sondern Ausdruck der eigenen seelischen oder körperlichen Erschöpfung.
Warum sich Kaninchenhaltung manchmal schwer anfühlt
Im Alltag gibt es Aufgaben, die selbstverständlich erscheinen: Füttern, Saubermachen, Beobachten, Tierarzttermine planen. In stabilen Phasen gehen diese Tätigkeiten leicht von der Hand. In belastenden Situationen dagegen werden sie schnell zu einem Berg, der unüberwindbar wirkt. Belastung entsteht häufig in Phasen von:
Erschöpfung und Schlafmangel
psychischen Erkrankungen wie Depression oder Angsterkrankungen
Stress im Beruf oder Studium
Krisen in Familie oder Partnerschaft
Trauer oder chronischen Belastungen
Je weniger Ressourcen vorhanden sind, desto schwerer wiegt die Verantwortung.
https://kaninchenwiese.de/wp-content/uploads/logo-scaled-e1777927566236.png00Viola Schillingerhttps://kaninchenwiese.de/wp-content/uploads/logo-scaled-e1777927566236.pngViola Schillinger2025-11-19 13:14:412025-11-19 13:15:20Wenn die Kaninchen zur psychischen Belastung werden
Kranke Kaninchen erfordern viel Pflege, verursachen hohe Kosten und bringen uns oft an unsere Grenzen. Wie können wir damit umgehen?
Kaninchen können den Alltag bereichern, beruhigen und stabilisieren. Gleichzeitig kann ihre Haltung auch zu einer Belastung werden, besonders bei psychischen Erkrankungen, langanhaltendem Stress, Überforderung oder Einsamkeit. Dieser Artikel beschreibt, wie Halterinnen und Halter mit schwierigen Phasen umgehen können, ohne sich selbst zu verlieren oder an sich zu zweifeln.
Wenn Kaninchen zur psychischen Belastung werden
Es gibt Lebensabschnitte, in denen die Versorgung der Tiere schwerer fällt als sonst. Kraftlosigkeit, Antriebslosigkeit oder Überforderung können dazu führen, dass selbst kleine Aufgaben belastend wirken. Wer in solchen Phasen spürt, dass die Verantwortung für die Tiere schwerer wiegt, sollte dies als wichtigen Hinweis verstehen. Belastung bedeutet nicht mangelnde Tierliebe. Sie zeigt, dass ein Mensch Unterstützung benötigt.
Ständige Krankheit der Tiere: emotionaler Druck und chronischer Stress
Chronische Erkrankungen wie EC, Verdauungsprobleme, Zahnkrankheiten oder altersbedingte Beschwerden können langanhaltenden Stress verursachen. Viele Halterinnen und Halter berichten von Sorgen, Unsicherheit und emotionaler Erschöpfung, wenn es ihrem Tier über längere Zeit schlecht geht.
Die Unvorhersehbarkeit von Rückschritten
regelmäßige Tierarztbesuche
finanzielle Aufwendungen
fehlende Kontrolle („ich tue doch schon alles!“)
und das Gefühl der ständigen Verantwortung
führen oft zu seelischer Anspannung. In solchen Fällen kann es helfen, Entscheidungen gemeinsam mit einer vertrauten Person oder der Tierarztpraxis zu besprechen, Entlastung zu organisieren und realistische Erwartungen an sich selbst zu haben.
https://kaninchenwiese.de/wp-content/uploads/logo-scaled-e1777927566236.png00Viola Schillingerhttps://kaninchenwiese.de/wp-content/uploads/logo-scaled-e1777927566236.pngViola Schillinger2025-11-19 12:56:072025-12-08 19:01:27Mental Health – Stress, Überforderung und psychische Belastung in der Kaninchenhaltung
Wetterschutz durch geschlossene Wände und eine Überdachung sind zusätzlich zur Schutzhütte wichtig, da Kaninchen bei Minusgraden sich gerne im Gehege aufhalten, die Hütte wird erst bei starken Minusgraden aufgesucht.
Ein Kaninchenstall in dem die Kaninchen vor Wind, Regen, Zugluft und Schnee absolut geschützt sind und noch dazu die Temperatur mit ihrer Körpertemperatur „heizen“ können, ist erforderlich. Damit die Kaninchen die Hütte schnell aufwärmen können, muss sie klein sein, trotzdem sollte sie noch genug Platz zum Liegen, Fressen, Trinken und Schlafen bieten. Die richtige Größe ist deshalb von der Größe der Kaninchen abhängig, bei einer Großgruppe empfehlen sich mehrere kleine Schutzhütten. Gut geeignet als Schutzhütte sind handelsübliche Ställe, sofern sie nachgerüstet wurden (Dach, Rückwand…), leider sind viele gekaufte Kaninchenställe sehr windig, nicht mardersicher und gehen schnell kaputt. Gute Erfahrungen haben wir mit diesem Stall gemacht, er war von vielen der Einzige, der gut verarbeitet ist. Auch ein selbst gebauter Vollholz-Stall, eine umgerüstete Holztruhe oder Kinderspielhäuser und Gartenhäuser sind ideal geeignet. Besonders solide verarbeitet und durchdacht sind meist Katzenhäuschen.
Durchfall oder ein verschmutztes Hinterteil kann auf Zahnerkrankungen hindeuten.
Darf man Kaninchen baden?
Viele Kaninchenhalter fragen sich irgendwann, ob sie ihre Kaninchen baden sollten, insbesondere wenn das Fell schmutzig oder verklebt ist. Doch die Antwort lautet in den meisten Fällen: Nein! Kaninchen sind extrem saubere Tiere und pflegen ihr Fell selbst. Ein Bad kann für sie nicht nur unnötig, sondern auch gefährlich sein. In diesem Artikel erfährst du, warum das Baden von Kaninchen vermieden werden sollte, wann es Ausnahmen gibt und was du tun kannst, wenn dein Kaninchen dennoch gesäubert werden muss.
Warum ist das Baden von Kaninchen schädlich?
Kaninchen haben eine sehr empfindliche Haut und ein dichtes Fell, das nur schwer vollständig trocknet. Wenn ein Kaninchen gebadet wird, kann dies zu verschiedenen Problemen führen:
https://kaninchenwiese.de/wp-content/uploads/logo-scaled-e1777927566236.png00Viola Schillingerhttps://kaninchenwiese.de/wp-content/uploads/logo-scaled-e1777927566236.pngViola Schillinger2024-09-17 20:11:002026-07-17 17:05:44Sollte man Kaninchen baden? – Warum es meistens keine gute Idee ist!
Beim Greifvogel-Schutz ist der Standort des Auslaufs wichtig: Im Wohngebiet ist die Gefährdung extrem gering.
Welche Greifvögel können Kaninchen erbeuten?
Ausgewachsene Kaninchen sind in unseren Breitengraden besonders durch den Habicht bedroht. Das Risiko, dass ein Kaninchen im Wohngebiet von einem Habicht geschlagen wird, ist jedoch äußerst gering, zudem bevorzugen sie als Vogeljäger Vögel.
In den Alpenregionen kann auch der Steinadler eine Gefahr darstellen.
In Waldregionen sind Kaninchen zudem durch den Uhu gefährdet, besonders wenn er Jungtiere aufzieht.
Schwere Kaninchen über ca. 4kg sind durch Greifvögel nicht gefährdet.
Wenn man einen dieser Greifvögel in der näheren Umgebung hat, sollte ein Netz (Maschenweite bis 10cm) angebracht werden. Alle anderen kleineren Greifvögel sind ungefährlich, wobei Jungtiere grundsätzlich geschützt werden müssen, sie sind neben Katzen auch durch diverse Greifvögel gefährdet.
Kaninchen dürfen niemals in der Garage oder im Keller abgestellt werden.
Garagen eignen sich prinzipiell eher weniger für die Haltung von Kaninchen aber es kann Ausnahmen geben.
Kaninchen in der Garage überwintern?
Es gibt immer noch Personen, die ihre Kaninchen im Winter einfach in einem Stall in den Keller oder in die Garage stellen. So eine Unterbringung verstoßt gegen unser Tierschutzgesetz! Die Tiere sind Abgasen ausgesetzt, haben kein Tageslicht und Tag-Nacht-Rhythmus, können sich nicht ihren Bedürfnissen entsprechend bewegen und leiden! Man kann bei extremen Minusgraden oder kranken Kaninchen die Tiere in die Garage oder in den Keller holen, wenn man dort einen Bereich abzäunt, der die Mindestmaße (6m² für zwei Kaninchen Tag und Nacht) erfüllt. Die Tiere dürfen nur wenige Nächte dort untergebracht werden bzw. müssen tagsüber Freilauf im Garten oder eigentlichen Gehege erhalten. Es wäre auch möglich, die Garage tagsüber zu öffnen und nachts zu schließen, so dass frische Luft und Tageslicht vorhanden sind. Zudem dürfen keine Autoabgase vorhanden sein.
Viele Halter mit Außenhaltung vergessen, dass man einen frostfreien oder sogar geheizten Raum benötigt, wenn die Tiere krank werden. Dafür muss z.B. ein Gartenhaus am Gehege angebaut werden, das bei Bedarf beheizbar ist, oder man kann sie rein in die Wohnung holen.
https://kaninchenwiese.de/wp-content/uploads/logo-scaled-e1777927566236.png00Viola Schillingerhttps://kaninchenwiese.de/wp-content/uploads/logo-scaled-e1777927566236.pngViola Schillinger2024-02-23 14:48:312025-11-19 12:17:47Kaninchen in die Garage oder dem Keller überwintern?
Zahnerkrankungen sind ein großer Kostenfaktor bei Erkrankungen, sie werden vom Versicherer Figo nur bis 500€/Jahr gedeckt (und auch nur wenn man den Zahnbaustein dazu bucht).
Eine Tierversicherung für Kaninchen
Sinnvolle Investition oder Mogelpackung?
Was bis vor einiger Zeit noch als „Zukunftswunsch“ zwischen Kaninchenhaltern diskutiert wurde, ist mittlerweile in Deutschland möglich: Kaninchen können krankenversichert werden, aktuell von vier Versicherungsunternehmen in fünf Tarifen.
Damit man als Halter jedoch abschätzen kann, ob eine Krankenversicherung für das eigene Kaninchen sinnvoll ist, und wenn ja welche, sollte man sich genau über die Tarife erkundigen, welche Erkrankungen ausgeschlossen sind und die Hintergründe genau kennen.
Zecken können im Pflückgut nach Hause getragen werden und sowohl uns, als auch unsere Kaninchen befallen. Beim Kaninchen ist bisher keine Borreliose oder Ähnliches bekannt, Zecken können jedoch Infektionserkrankungen, gegen die wir impfen, übertragen. Auch der Mensch kann über Zecken Krankheiten bekommen, z.B. Borreliose wenn die Zecke nicht innerhalb von 24h entfernt wird, oder Frühsommermeningoencephalitis (FSME) gegen die wir uns impfen können.
Hundekot & Co.
Würmer und andere Darmparasiten sind wirtsspezifisch, d.h. die Würmer unserer Kaninchen kommen nicht von Hunden, sondern von anderen Kaninchen. Natürlich sollte man nicht das Gras unter dem Kothaufen pflücken, aber generell ist Kot anderer Tiere oft weniger tragisch als angenommen. Versuche jedoch, Wiesen mit Wildkaninchen zu meiden.
https://kaninchenwiese.de/wp-content/uploads/logo-scaled-e1777927566236.png00Viola Schillingerhttps://kaninchenwiese.de/wp-content/uploads/logo-scaled-e1777927566236.pngViola Schillinger2023-10-01 08:54:062025-11-19 12:18:41Mehltau und andere Verunreinigungen am Grünfutter
In anderen Ländern sind andere Bezeichnungen (Flämische Riesen, Belgische Riesen, British Giant…) für große Rassen, die dem Deutschen Riesenkaninchen ähneln, verbreitet, der Rassestandard ist meistens recht ähnlich.
Manche Halter sprechen auch von Riesenkaninchen bei größeren Rassen ab ca. 4kg und größeren Mischlingen.
Andere große Kaninchenrassen
Es gibt auch viele weitere mittelgroße und große Rassen, die sich sehr gut für die Hauskaninchen-Haltung eignen: Meißner Widder, Großchinchilla, Mecklenburger Schecken, Englische Widder, Großsilber, Burgunder, Blaue Wiener, Weiße Wiener, Weiße Hotot, Neuseeländer, Marderkaninchen, Kalifornier, Japaner, Rheinische Schecken, Thüringer, Weißgrannen, Hasenkaninchen, Alaska, Havanna, Sallander
Sie können nach Rassestandard je nach Rasse ein Gewicht von 5,5 bis 11,5 kg erreichen, oft wiegen sie jedoch eher 5,5-7,5 kg, was auch ihren Gelenken zu Gute kommt. Riesenkaninchen werden etwas 70cm lang.
Charakter und Wesen
Riesenkaninchen sind sehr charakterstark und weniger ängstliche als Zwergkaninchen. Da sie weniger Feinde haben, fühlen sie sich sicher. Wenn ihnen etwas nicht passt, greifen sie eher an als zu fliehen und können deshalb z.B. bei medizinisch notwendigen Maßnahmen auch eher mal beißen oder sich wehren. Durch ihr großes Selbstbewusstsein werden sie ausgesprochen zahm und zutraulich. Viele Riesen hören auf ihren Namen und bauen einen sehr engen Bezug zu ihren Haltern auf. Besonders gut eignen sie sich auch für Kinder und Jugendliche. Durch ihre Größe sind sie robuster wenn z.B. Kinder mal gegen die Wuchsrichtung streicheln und sie lassen sich nicht von Kindern anheben oder aus versehen erdrücken oder fallen lassen.
Zahlreiche Untersuchungen haben sich mit der Frage beschäftigt, ob Haustiere bei Depressionen helfen können. Dabei zeigt sich ein sehr klares Bild, denn die meisten Betroffenen nehmen ihre Tiere als wichtige Stütze wahr und berichten, dass die Haustiere ihnen im Alltag gut tun. Natürlich gibt es aber auch einzelne Menschen, denen die Tiere zur Last werden, gerade in schwierigen Phasen kann das der Fall sein.
Die Gründe, warum Kaninchen und andere Haustiere vielen Halterinnen und Haltern helfen, sind klar:
Bedingungslose Liebe: Ein Tier ist immer da, auch wenn die Lebensumstände oder die Situation schwierig sind. Es wertet nicht, lügt nicht und wenn der Mensch einmal nicht so funktioniert wie es von ihm erwartet wird oder von seiner Umgebung enttäuscht ist, bleibt es bedingungslos bei ihm. Das Tier ist da, wenn der Mensch auf emotionale Unterstützung angewiesen ist, das schafft Stabilität.
Verantwortung: Kaninchen brauchen Pflege, Futter und Aufmerksamkeit. Viele Betroffene berichten, dass sie es schaffen, für ihr Tier aufzustehen, auch wenn es ihnen sonst nicht möglich ist. Die Pflege des Tieres (pflücken gehen, sauber machen, füttern, raus lassen…) sorgt für Struktur im Tagesablauf und positive Aktivitäten.
Eine sinnvolle Aufgabe: Kaninchen können viel Freude bereiten, wenn sie beobachtet werden und so den Alltag schöner machen. Aber vor allem geben sie vielen Menschen einen Sinn. Betroffene berichten, dass ihre Tiere für sie auch ein Grund sein können, weiter zu leben: Tiere sind auf unsere Fürsorge angewiesen und vertrauen darauf, dass wir uns um sie kümmern.
Bewegung: Auch wenn viele Betroffene es nicht schaffen, für sich selbst z.B. Spazieren zu gehen, kann die Futterbeschaffung dazu motivieren und zu einer Tätigkeit werden, die hilft, im Moment zu leben und Sorgen beiseite zu schieben. Spaziergänge und das Pflücken an der frischen Luft fördert die Bildung von Vitamin D (Sonneneinstrahlung) und die Bewegung ist darüber hinaus nachweislich ein unschlagbares Antidepressivum.
Zuneigung: Berührungen mit zahmen Kaninchen, die sich streicheln lassen, können gut tun. Oftmals helfen sie zudem gegen Einsamkeit.
Vorsorge für Tiefs
Die meisten Halterinnen und Halter sind sehr feinfühlig und engagiert, dadurch haben es ihre Kaninchen meistens richtig gut! Damit es aber nicht zu Problemen kommt, kann man kritischen Situationen, die mit der Erkrankung zusammenhängen, vorbeugen.